Bitcoins 21-Millionen-Grenze und das Halving einfach erklärt
Wie neue Bitcoin entstehen, wann die Halvings stattfanden und das nächste ansteht, was sie für Miner bedeuten und was US-Spot-Bitcoin-ETFs verändert haben.

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Der gesamte Ausgabeplan von Bitcoin ist in seiner Software festgeschrieben. Es wird nie mehr als 21 Millionen Bitcoin geben, und das Tempo, in dem neue Coins entstehen, halbiert sich etwa alle vier Jahre. Dieses Ereignis heißt Halving.
Dieser Leitfaden erklärt, wie neue Bitcoin entstehen, woher die 21 Millionen kommen, wann die bisherigen Halvings stattfanden und wann das nächste ansteht, was Halvings für Miner bedeuten und was US-Spot-Bitcoin-ETFs verändert haben. Alle Angaben beziehen sich auf den 29. September 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Neue Bitcoin kommen nur über die Blocksubvention in Umlauf, einen Teil der Belohnung, die ein Miner für jeden Block erhält, zusätzlich zu den Gebühren der Nutzer.
- Die Subvention begann bei 50 BTC pro Block und halbiert sich alle 210.000 Blöcke. Deshalb nähert sich die Gesamtmenge 21 Millionen an, ohne sie ganz zu erreichen.
- Halvings gab es 2012, 2016, 2020 und im April 2024. Das fünfte wird um April 2028 erwartet; dann sinkt die Subvention auf 1,5625 BTC.
- Jedes Halving halbiert über Nacht die Einnahmen der Miner aus neuen Coins. Deshalb bleibt die künftige Rolle der Gebühren umstritten.
- US-Spot-Bitcoin-ETFs, genehmigt am 10. Januar 2024, eröffneten einen neuen Zugang zu Bitcoin. An den Regeln für das Angebot änderten sie nichts.
Wie neue Bitcoin entstehen
Hinter Bitcoin steht keine Zentralbank und kein Unternehmen, das Coins ausgibt. Neue Bitcoin entstehen beim Mining: Computer konkurrieren darum, den nächsten Block mit Transaktionen an die Blockchain anzuhängen, und der Gewinner wird bezahlt. Diese Zahlung, die Blockbelohnung, hat zwei Teile. Die Blocksubvention besteht aus neu geschaffenen Bitcoin. Transaktionsgebühren zahlen Nutzer, damit ihre Zahlungen aufgenommen werden; mehr dazu in unserem Leitfaden Warum sich Blockchain-Gebühren ändern.
Das Bitcoin-Whitepaper beschreibt es nüchtern: Die erste Transaktion jedes Blocks erzeuge „eine neue Münze, die dem Ersteller des Blocks gehört“. Das biete „eine Möglichkeit, Münzen erstmals in Umlauf zu bringen, da es keine zentrale Instanz gibt, die sie ausgibt“.
- Ein Miner stellt einen Block zusammen (aus wartenden Transaktionen im Mempool)
- Die erste Transaktion bezahlt den Miner (neue Subvention plus Gebühren des Blocks)
- Der Miner findet einen gültigen Proof of Work (etwa alle 10 Minuten ein Block)
- Jeder Knoten prüft die Auszahlung (ein Satoshi zu viel, und der Block ist ungültig)
Der Mempool ist der Vorrat an unbestätigten Transaktionen, den jeder Knoten (Node) vorhält. Der letzte Schritt macht den Plan verbindlich: Bitcoin Core, die Referenzsoftware für Knoten, lehnt jeden Block ab, dessen erste Transaktion „zu viel zahlt“, also mehr als die an dieser Blockhöhe erlaubte Subvention plus die Gebühren des Blocks. Ein Miner, der sich zusätzliche Coins gutschreiben wollte, würde nur seine Arbeit verschwenden.
Woher die 21 Millionen kommen
Beim Start von Bitcoin im Januar 2009 betrug die Subvention 50 BTC pro Block, und sie halbiert sich alle 210.000 Blöcke. Bei einem Zielwert von einem Block alle 10 Minuten sind das ungefähr vier Jahre. In Bitcoin Core umfasst die ganze Regel nur wenige Zeilen Code.
Addiert man alle Epochen (210.000 Blöcke zu 50 BTC, dann 210.000 zu 25 BTC und so weiter), nähert sich die Summe 21 Millionen, ohne sie zu erreichen. Weil Beträge auf ganze Satoshi abgerundet werden (die kleinste Einheit, ein Hundertmillionstel Bitcoin), liegt das tatsächliche Maximum bei 20.999.999,9769 BTC. Ab Block 6.930.000 fällt die Subvention auf null, voraussichtlich um das Jahr 2140.
- 21 Millionen: Bitcoin können höchstens existieren
- 3,125 BTC: neue Bitcoin pro Block seit April 2024
- 20,09 Millionen: ausgegeben bis zum 29. September 2026
- Rund 450: neue Bitcoin pro Tag beim aktuellen Tempo
Der größte Teil des Angebots existiert bereits. Nach dem Ausgabeplan entstand der 20-millionste Bitcoin in Block 939.999 am 9. März 2026. Bis Block 969.080 am 29. September 2026 waren rund 20,09 Millionen ausgegeben, mehr als 95 % der Obergrenze. Bei 3,125 BTC pro Block und etwa 144 Blöcken am Tag kommen derzeit rund 450 Bitcoin täglich hinzu, etwa 0,8 % des Bestands pro Jahr.
Quelle: Konsenscode von Bitcoin Core (GetBlockSubsidy)
| BTC | |
|---|---|
| 2009 | 50 |
| 2012 | 25 |
| 2016 | 12,5 |
| 2020 | 6,25 |
| 2024 | 3,125 |
| 2028 | 1,5625 |
Alle bisherigen Halvings und das nächste
Halvings richten sich nach der Blockhöhe, nicht nach dem Kalender. Ein Datum steht deshalb erst fest, wenn der Block gefunden ist. Diese Daten stammen direkt aus der Blockchain:
- : Genesis-Block: 50 BTC pro Block
- : Erstes Halving, Block 210.000: 25 BTC
- : Zweites Halving, Block 420.000: 12,5 BTC
- : Drittes Halving, Block 630.000: 6,25 BTC
- : SEC genehmigt elf Spot-Bitcoin-ETFs
- : Viertes Halving, Block 840.000: 3,125 BTC
- : 20 Millionen Bitcoin laut Plan ausgegeben
- : Fünftes Halving um April erwartet: 1,5625 BTC
- : Letzte neue Bitcoin um dieses Jahr erwartet
Das fünfte Halving erfolgt bei Block 1.050.000. Am 29. September 2026 fehlten noch 80.920 Blöcke. Beim Tempo seit dem letzten Halving, knapp unter 10 Minuten pro Block, deutet das auf Mitte April 2028 hin.

Jedes künftige Halving-Datum ist eine Schätzung. Blöcke entstehen im Durchschnitt alle 10 Minuten, nicht auf die Sekunde genau, und der Durchschnitt verschiebt sich, wenn Rechenleistung hinzukommt oder wegfällt.
Was ein Halving für Miner bedeutet
Für Miner ist ein Halving eine Gehaltskürzung über Nacht. Die Subvention pro Block halbiert sich, während Strom, Hardware und Hosting genauso viel kosten wie am Vortag. Geräte, die gerade noch rentabel waren, rutschen womöglich in die Verlustzone und werden abgeschaltet.
Bitcoin fängt das mit der Schwierigkeitsanpassung ab. Alle 2.016 Blöcke, also etwa alle zwei Wochen, legt das Netzwerk neu fest, wie schwer es ist, einen Block zu finden, damit weiterhin ungefähr alle 10 Minuten ein Block entsteht. Nach dem Halving im April 2024 senkte die Anpassung am 9. Mai 2024 die Schwierigkeit um 5,6 %, ein Zeichen dafür, dass Rechenleistung vom Netz gegangen war. Die Blöcke kamen weiter, nur teilten sich weniger Geräte die Arbeit.
Die Gebühren, der andere Teil der Belohnung, schwanken stark. Block 840.000, der Halving-Block selbst, brachte rund 37,6 BTC an Gebühren ein, mehr als das Zwölffache seiner Subvention, an einem Tag mit enormer Nachfrage nach Platz im Block. Ende September 2026 machten Gebühren dagegen weniger als 1 % dessen aus, was Miner pro Block verdienten.
Dieser Gegensatz nährt eine lange Debatte über das „Sicherheitsbudget“ von Bitcoin, also die Summe, die Miner für die Absicherung des Netzwerks erhalten. Das Whitepaper erwartete, dass der Anreiz, sobald genug Coins im Umlauf sind, „vollständig auf Transaktionsgebühren übergehen und völlig inflationsfrei sein“ kann. Ob Gebühren bei schrumpfender Subvention dasselbe Sicherheitsniveau finanzieren werden, ist unter Entwicklern und Forschern weiterhin offen.
Warum das Knappheitsargument umstritten ist
Das feste Angebot wird oft als „digitale Knappheit“ bezeichnet, und Kommentatoren bringen Halvings häufig mit dem Bitcoin-Kurs in Verbindung. Die Überlegung dahinter: Bleibt die Nachfrage gleich, während das neue Angebot schrumpft, muss sich etwas bewegen. Kritiker halten das für zu kurz gedacht.
Mindmap: Die Knappheitsdebatte
- Dafür
- Obergrenze, von Knoten geprüft
- Halbierung etwa alle 4 Jahre
- Niemand kann nachdrucken
- Dagegen
- Plan ist seit Jahren bekannt
- Knapp heißt nicht wertvoll
- Nur vier Halvings zum Vergleich
- Offene Fragen
- Wie viele Coins verloren sind
- Gebühren und Sicherheit
- ETFs und Derivate
Die Einwände lauten so: Jedes Halving ist Jahre im Voraus geplant und überrascht daher niemanden. Knappheit zählt nur, wenn Menschen etwas auch haben wollen, und viele seltene Dinge sind wenig wert. Zudem gab es erst vier Halvings, und jedes fiel mit anderen Ereignissen zusammen: 2020 mit einer Pandemie, 2024 mit dem Start der US-Spot-ETFs rund drei Monate vor dem Halving im April. Das ist zu wenig Geschichte, um Ursache und Zufall zu trennen.
Verlorene Coins erhöhen die Unsicherheit. Coins, deren Schlüssel verloren sind, bleiben in der Blockchain, lassen sich aber nie mehr bewegen. Das nutzbare Angebot ist also kleiner als das ausgegebene, nur weiß niemand, um wie viel. Finanzprodukte machen das Bild noch unschärfer: Spot-ETFs halten echte Bitcoin, Futures und andere Derivate bieten dagegen eine Beteiligung am Kurs, ohne Coins zu halten. Über künftige Kurse sagt all das nichts aus, und dieser Leitfaden macht keine Prognosen.
Was Spot-Bitcoin-ETFs verändert haben
Ein börsengehandelter Fonds, kurz ETF, ist ein Fonds, dessen Anteile wie Aktien an der Börse gehandelt werden. Ein Spot-Bitcoin-ETF hält Bitcoin selbst statt Terminkontrakten. Die US-Fonds sind formal Trusts, die die Aufsicht als börsengehandelte Produkte (ETPs) bezeichnet; im Alltag heißen sie trotzdem ETFs.
Jahrelang lehnte die US-Börsenaufsicht SEC solche Fonds ab. Das änderte sich nach August 2023: Ein US-Bundesberufungsgericht entschied, die SEC habe nicht ausreichend begründet, warum sie zwei Fonds auf Bitcoin-Futures zuließ, den geplanten Spot-Fonds von Grayscale aber nicht. Am 10. Januar 2024 genehmigte die SEC Regeländerungen, mit denen NYSE Arca, Nasdaq und Cboe BZX elf Spot-Bitcoin-Produkte listen durften, und am nächsten Tag begann der Handel. Der damalige SEC-Vorsitzende Gary Gensler betonte, die Behörde habe Bitcoin „weder genehmigt noch befürwortet“.
Verändert hat sich der Zugang, nicht das Angebot. Anleger konnten nun über ein gewöhnliches Wertpapierdepot in Bitcoin investieren, während der Fonds die Coins bei einer Verwahrstelle lagert. Und weil die Fonds echte Bitcoin halten, wird aus der Nachfrage der Anleger ein Kauf oder Verkauf echter Coins. Allein der iShares Bitcoin Trust ETF von BlackRock meldete zum 30. Juni 2026 einen Bestand von 734.261 Bitcoin, rund 3,7 % aller bis dahin ausgegebenen Bitcoin. Die Ströme laufen in beide Richtungen: Im ersten Halbjahr 2026 kamen bei diesem Fonds 157.501 Bitcoin hinzu, während er 192.970 für Rücknahmen abgab.
Auch die Regeln entwickelten sich weiter. Anfangs waren Ausgabe und Rücknahme von Anteilen nur gegen Barmittel möglich. Im Juli 2025 erlaubte die SEC den Authorized Participants, den großen Brokern, die Anteile ausgeben und zurücknehmen, Bitcoin direkt gegen Anteile zu tauschen. Im September 2025 genehmigte sie allgemeine Zulassungsstandards: Seitdem können Börsen passende Fonds mit direkt gehaltenen Rohstoffen, Kryptowerte eingeschlossen, ohne eigene Regeländerung listen.
| Merkmal | Spot-Bitcoin-ETF | Bitcoin selbst halten |
|---|---|---|
| Was Sie besitzen | Anteile an einem Trust, der Bitcoin hält | Bitcoin, kontrolliert über Ihre Schlüssel oder Ihren Wallet-Anbieter |
| Wo gehandelt wird | Im Wertpapierdepot, zu Börsenzeiten | An Kryptobörsen und in Wallets, rund um die Uhr |
| Übertragen | Anteile verkaufen; keine Überweisung auf der Blockchain | An jede Bitcoin-Adresse senden |
| Laufende Kosten | Jährliche Fondsgebühr | Netzwerkgebühren, wenn Sie Coins bewegen |
Häufige Fragen
Lässt sich die Grenze von 21 Millionen ändern?
Die Grenze gehört zu den Regeln, die jeder Knoten durchsetzt. Eine Änderung würde voraussetzen, dass die Menschen und Unternehmen, die Knoten betreiben, neue Software übernehmen; Knoten mit den heutigen Regeln würden jeden Block ablehnen, der zusätzliche Coins auszahlt. Kein Unternehmen und keine Stiftung kann das allein beschließen.
Was passiert, wenn der letzte Bitcoin ausgegeben ist?
Um 2140 fällt die Subvention auf null, und Miner verdienen nur noch an Gebühren, wie es das Whitepaper vorsah. Das Mining geht weiter, denn Blöcke werden auch dann gebraucht, um Transaktionen zu bestätigen.
Zählen verlorene Coins zu den 21 Millionen?
Ja. Verlorene Bitcoin bleiben in der Blockchain, doch laut bitcoin.org „ruhen sie für immer“, weil niemand die Schlüssel besitzt, um sie auszugeben. Sie gelten als ausgegeben, können aber nie zirkulieren.
Ändert ein Halving Gebühren oder Bestätigungszeiten?
Nicht direkt. Blöcke zielen weiterhin auf 10 Minuten, und die Gebühren hängen davon ab, wie viele Menschen Platz in den nächsten Blöcken wollen, nicht von der Höhe der Subvention.
Quellen
- Bitcoin.org: Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System
- Bitcoin.org: Frequently Asked Questions
- Bitcoin Core: validation.cpp, Blocksubvention und Coinbase-Prüfung
- Bitcoin Wiki: Controlled supply
- mempool.space: Block 840.000
- mempool.space: Hashrate und Schwierigkeit
- U.S. Court of Appeals for the D.C. Circuit: Grayscale Investments, LLC v. SEC
- U.S. SEC: Genehmigung von Spot-Bitcoin-Trust-Anteilen (Release No. 34-99306)
- U.S. SEC: Statement on the Approval of Spot Bitcoin Exchange-Traded Products
- U.S. SEC: SEC Permits In-Kind Creations and Redemptions for Crypto ETPs
- U.S. SEC: SEC Approves Generic Listing Standards for Commodity-Based Trust Shares
- iShares Bitcoin Trust ETF: Quartalsbericht (Form 10-Q) zum 30. Juni 2026


